Schulprogramm

Saison 16/17

SEPTEMBER / OKTOBER

Giuseppe Verdi:

LA TRAVIATA

Musikalische Leitung: Kalle Kuusava | Regie: Lotte de Beer
Wiener KammerOrchester

Sujet Allgemein 1617 Kammeroper 640x640 ©beyond / Mara Burmester

Liebe, Eifersucht, eine autoritäre Vaterfigur und Tod sind die Ingredienzen von Verdis zeitlosem Klassiker. Er und sein Librettist Piave wollten die Oper ursprünglich „Amore e morte“ („Liebe und Tod“) nennen und, zu dieser Zeit völlig ungewöhnlich, setzten ein Sujet in Musik, welches hochaktuell war: jene Kurtisane, die der Hauptfigur als Vorbild diente, war zum Zeitpunkt der Entstehung erst sechs Jahre tot. In der Kammeroper gibt es eine reduzierte, konzentrierte Fassung des Meisterwerks zu erleben, welche hautnah das Schicksal der verachteten Außenseiterin miterleben lässt.

 

Schulvorstellung in der Kammeroper: 5.10.2016, 12.00 Uhr Karten: € 7,–

Rahmenprogramm: zw. 19. 09. und 05.10.2016 | Alter: 14 +

 


OKTOBER / NOVEMBER

Giuseppe Verdi:

MACBETH

Musikalische Leitung: Bertrand de Billy | Regie: Roland Geyer
Wiener Symphoniker
 

Macbeth_640x640_1617 ©beyond/Mara Burmester

Verdi und seine Librettisten Piave und Maffei dampften Shakespeares ausufernde Tragödie auf das Wesentliche ein und verschoben den Fokus auf die berechnende, skrupellose Lady. Für Gefühle wie Liebe oder auch Eifersucht gibt es hier keinen Platz: aus Machthunger wird eiskalt und rücksichtslos gemordet, um den Thron zu besteigen und zu verteidigen. Intendant Roland Geyer, der schon in seiner Inszenierung von Hans Heiling überzeugende Bilder für die Abgründe der Schauerromantik zu finden verstand, lädt uns wieder auf eine Reise in das Reich der Tiefenpsychologie ein.

 

Generalprobenbesuch: 09.11.2016, 19.00 Uhr Karten: € 5,–

Rahmenprogramm (u.a. mit MusikerInnen der Wiener Symphoniker):

zw. 03.11. & 09.11.2016 | Alter: 14 +

 


NOVEMBER / DEZEMBER

Wolfgang Amadeus Mozart:

DON GIOVANNI

Musikalische Leitung: Ivor Bolten | Regie: Keith Warner
Mozarteumorchester Salzburg

Don_Giovanni_640x640_1617 ©beyond/Mara Burmester

„Die Oper aller Opern“ nannte E.T.A. Hoffmann Mozarts und Da Pontes zweite Zusammenarbeit. Als eine der frühesten Beispiele für ein Werk, das seit seiner Uraufführung eine durchgehende Aufführungstradition hat, nimmt es, was Erfolg und Einfluss betrifft, auch im Opernschaffen Mozarts eine Sonderstellung ein. Der sympathische Verführer, der keinen moralischen Zwängen gehorchen möchte und dabei auch über Leichen geht, stellt bis heute ein ungebrochenes Faszinosum dar. Im Theater an der Wien findet im Jahr des zehnten Geburtstags eine Wiederbegegnung mit Keith Warners inzwischen legendärer Inszenierung aus dem Mozartjahr 2006 statt, die beweist, dass es auch in unserer gottlosen Zeit möglich ist, eine Höllenfahrt zu inszenieren, ohne sie ihrer Wirkung zu berauben.

Generalprobenbesuch: 10.12.2016, 19.00 Uhr | Karten: € 5,–

Rahmenprogramm: zw. 01.12. & 10.12.2016 | Alter: 14 +

 


JÄNNER

Viktor Ullmann

DER KAISER VON ATLANTIS

Musikalische Leitung: Ivor Bolton| Regie: Rainer Vierlinger
Wiener Kammerorchester

Sujet Allgemein 1617 Kammeroper 640x640 ©beyond / Mara Burmester

In Theresienstadt 1944 musste nach der Generalprobe aus bis heute ungeklärten Gründen die Uraufführung der dort internierten Künstler Viktor Ullmann und Petr Kien, der am Libretto mitschrieb, abgesagt werden. Die unverhohlene Allegorie um den Tod, der dem kriegerisch-machthungrigen Kaiser seinen Dienst versagt, bis jener sich ihm selbst hingibt, hat bis heute nichts von ihrer Aussagekraft verloren. Das Werk ist für sieben Sänger und dreizehn Instrumentalisten geschrieben, was sie für eine Aufführung in der Wiener Kammeroper prädestiniert.

 

Vorstellungen in der Kammeroper: siehe Spielplan, 19.00 Uhr | Karten: € 10,–

Rahmenprogramm: Jänner 2017  | Alter: 15 +

 


FEBRUAR

Werner Egk

PEER GYNT

Musikalische Leitung: Leo Hussain| Regie: Peter Konwitschny
ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Peer_Gynt_640x640_1617 ©beyond/Mara Burmester

Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende größenwahnsinnige Peer kämpft sein Leben lang mit seiner eigenen Vergangenheit, seiner Liebe zur reinen Solveig und seinem Verhältnis zu den Trollen aus der Unterwelt. Die Forschung ist bis heute unentschieden, ob die Trolle bei Egk, einem zu Lebzeiten viel gespielten Opernkomponisten, für die Nationalsozialisten stehen oder im Gegenteil für jene Bevölkerungsgruppen, welche die Nazis als „Untermenschen“ bezeichneten – die 1938 uraufgeführte Oper fand auch bei führenden Personen des Regimes Anklang.

 

Generalprobenbesuch: 15.2.2017. 19.00 Uhr | Karten: € 5,–

Rahmenprogramm: (u.a. mit MusikerInnen des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien): zw. 13.02. und 15.02.2017| Alter: 16 +

 


APRIL

Hans Werner Henze:

ELEGIE FÜR JUNGE LIEBENDE

Musikalische Leitung: Marc Albrecht | Regie: Keith Warner
Wiener Symphoniker

Elegie_640x640_1617 ©beyond/Mara Burmester

Kaum ein anderer deutschsprachiger Opernkomponist der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verstand derart geschickt den Spagat zwischen Operntradition und Avantgarde wie Hans Werner Henze. Seine Elegie auf ein Libretto von W. H. Auden ist eine Studie über die Wechselbeziehung von Leben und Kunst: Der uninspirierte Dichter Mittenhofer bedient sich parasitär der Halluzinationen einer Halb-Wahnsinnigen und geht über Leichen, um das vollkommene Werk zu schaffen.

 

Generalprobenbesuch: 30.4.2017, 19.00 Uhr | Karten: € 5,–

Rahmenprogramm: zw. 20.04. & 30.04.2017 | Alter: 14 +

 

 


APRIL / MAI

FAUST-SZENEN
Ein Elegie für junge Suchende mit Augenzwinkern

Musikalische Leitung: Raphael Schluesselberg |
Regie: Beate Göbel & Catherine Leiter

Jugend_640x640_1617 ©beyond/Mara Burmester

Zum Thema FAUST gibt es bereits eine gefühlt unendliche Anzahl an Auseinandersetzungen und Bearbeitungen und doch bleibt das Thema immer aktuell, gerade für junge Suchende auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Erik H. Erikson, ein Vordenker der Sozialpsychologie und berühmter Psychoanalytiker, definierte in den 1960er Jahren die Idee des jungen, "aufkommenden" Erwachsenen: des emerging adult. Erikson beschreibt ihn als leidend unter dem Kampf zwischen Isolation und Intimität – ein Archetypus, der in der Jugend beginnt und sich auch weit in die nächsten Lebensjahrzehnte ziehen kann. Jugend macht Oper setzt sich in dieser Saison mit den weit gefassten faust’schen Themen und innerhalb der Gruppe der Mitwirkenden mit dem Konflikt zwischen Isolation und Intimität auseinander. Ob der Schwerpunkt der Jugendoper schlussendlich auf der selbstreflexiven Identitätssuche liegt oder sich um den Konflikt Intellektualität-Spiritualität, um die Verführungskraft des Bösen, die Margareth’sche-Liebesgeschichte oder den Verfall der Moral als Folge des Zulassens des Bösen dreht, hängt von den Mitwirkenden ab, die im Herbst 2016 die Grundlage für die Jugendoper entwerfen. In intensiver Zusammenarbeit mit den Jugendlichen wird im Laufe eines halben Jahres eine musiktheatralische Geschichte kreiert. Musikalisch orientiert sich die Jugendoper an den verschiedenen Bearbeitungen des Fauststoffes, unter anderem von Louis Spohr, Hector Berlioz, Robert Schumann, Charles Gounod und Alfred Schnittke.

 

Premiere: 10.05.2017, 17 Uhr

Schulvorstellung: 11.05.2016, 12.00 Uhr

Karten: € 10,– / 5,– (ermäßigt) | Alter: 14 +