Fidelio © Monika Rittershaus

Handlung & Interview zu FIDELIO

Am Freitag, 20 März wird die ORF-Aufzeichnung, die im Zuge der Proben vergangene Woche entstanden ist, um 22.30 Uhr auf ORF II zu sehen sein. Schaltet ein und lasst Euch die Gelegenheit nicht entgehen! Auf myfidelio.at steht sie bereits um 19 Uhr zur Verfügung.
 
Außerhalb Österreichs wird die Produktion am 20. März 2020 um 19.00 Uhr auf medici.tv gezeigt.
 
Zur Lektüre vorab oder danach findet Ihr hier einige Infos zu Beethovens einziger Oper.
 
 
 

Handlung

Don Florestan ist ein persönlicher Feind des Gouverneurs Don Pizarro, zugleich auch Vertrauter des Ministers Don Fernando. Da Pizarro Florestan als Bedrohung ansieht, will er ihn beseitigen. Zum offenen Mord kann er sich nicht entschließen, daher lässt er ihn heimlich einkerkern und hofft, dass er bald von selber stirbt. Florestans Gattin Leonore vermutet Pizarro hinter dem Verschwinden ihres Mannes. Als Mann verkleidet macht sie sich auf die Suche nach Florestan und tritt unter dem Namen „Fidelio“ den Dienst als Gehilfe des Kerkermeisters Rocco an – in dem von ihm verwalteten Gefängnis vermutet sie Florestan und hofft, ihn befreien zu können.

ERSTER AKT

Marzelline, Roccos einzige Tochter, hat sich in Fidelio verliebt und hofft auf Gegenliebe. Sie verwehrt sich daher entschieden den Heiratsplänen des jungen Jaquino. Auch Rocco macht Jaquino diesbezüglich keine Hoffnung mehr. Fidelios Arbeitseifer und sein Geschäftssinn nehmen Rocco für den fremden Mann ein, und er stellt ihm eine Heirat mit Marzelline in Aussicht. Rocco schärft dem Paar außerdem ein, nicht nur Liebe, sondern auch Kapital werde zu einem glücklichen Eheleben benötigt. Fidelio bedrängt nun seinen „zukünftigen Schwiegervater“, ihn in die Kerker begleiten zu dürfen. Rocco verspricht, die Erlaubnis von Don Pizarro zu erwirken. Militärmusik kündigt Pizarro an. Durch ein anonymes Schreiben erfährt er, dass der Minister Don Fernando dem Gefängnis unangemeldet einen Kontrollbesuch abstatten wird; er vermute dort Opfer willkürlicher Gewalt. Pizarro befiehlt der Wache, sofort ein Signal zu geben, sobald der Minister sich nähert. Nun verlangt Pizarro von Rocco, dass er den geheimen Gefangenen ermordet. Rocco lehnt das ab, stimmt aber zu, ein Grab zu schaufeln. Den Mord an Florestan will Pizarro selbst ausführen. Leonore bedrückt die Täuschung Marzellines, mittels derer sie sich Zugang zum Kerker verschaffen möchte. Allein ihre Liebe und die Hoffnung, bald ihren Gatten zu finden, geben ihr neuen Mut. Marzelline zwingt Fidelio ein Gespräch über Treue und Vertrauen in der Ehe auf. Rocco berichtet Fidelio, Pizarro gebe dem Heiratsgesuch und der Bitte Fidelios, in den Kerker hinabsteigen zu dürfen, statt. Mit ihm zusammen soll Fidelio nun ein Grab ausheben.

ZWEITER AKT

Florestan erwartet – an seine Gattin denkend – in einer dunklen Zelle den Tod. Fidelio und Rocco kommen, das Grab vorzubereiten. Zunächst ist es Leonore nicht möglich, den Gefangenen zu erkennen. Tief bewegt ist sie aber fest entschlossen, diesen Mann in jedem Fall zu retten. Als Rocco mit dem Gefangenen spricht, erkennt Leonore ihren Gatten. Florestan erfährt von Rocco, dass dieses Gefängnis Pizarro untersteht. Er ist sich nun sicher, sterben zu müssen und bittet Rocco, seiner Frau Leonore eine Nachricht zukommen zu lassen. Der Kerkermeister lehnt ab, gibt ihm aber Wasser. Fidelio kann Rocco erweichen, Florestan auch ein Stück Brot ge- ben zu dürfen. Auf Roccos Signal hin erscheint Pizarro, um den Mord zu vollziehen. Gerade als er den Gefangenen erstechen will, unterbricht ihn Fidelio, gibt sich als Leonore zu erkennen und hält den Gouverneur mit vorgehaltener Pistole in Schach. Im gleichen Augenblick verkündet das Trompetensignal die Ankunft des Ministers. Pizarro flieht, Rocco entreißt Leonore die Pistole und folgt ihm. Die Ehegatten bleiben allein zurück. Das Paar kann nicht fassen, dass es sich wiedergefunden hat, doch weiß es noch nicht, ob es wirklich gerettet ist. Doch da erscheint der Minister samt dem entmachteten Pizarro und Volk. Der Minister weist Leonore an, Florestan die Ketten abzunehmen. Leonore, die eheliche Liebe sowie das unablässige Streben nach Gerechtigkeit werden bejubelt.

Interview

IN DER PRAXIS ANGEKOMMEN

Dirigent Manfred Honeck im Gespräch

Das Theater an der Wien zeigt im Rahmen des Beethovenfestes anlässlich des 250. Geburtstags seines ehemaligen Hauskomponisten die zweite Fassung sei-ner einzigen Oper Fidelio, die – wie die erste Fassung 1805 – hier 1806 aufgeführt wurde. Was ist besonders an dieser Fassung von 1806, was macht sie spielenswert?

Die Meinungen über diese Fassung von 1806 gehen sehr auseinander, manche halten sie für eine minderwertige Kompromisslösung zwischen dem ersten Geniestreich von 1805 und der gewichtigen Letztfassung von 1814; andere, zum Beispiel Nikolaus Harnoncourt, hielten sie für genauso wichtig wie die beiden anderen. Für mich hat sich beim vergleichenden Studium der Partituren herauskristallisiert, dass man in der 1806er Fassung ganz deutlich den Dirigenten Beethoven erkennt, der in der Praxis angekommen ist. Die 1805er Fassung ist ein großartiger Wurf, es sind wunderbare Ideen darin verarbeitet, aber sie ist seine erste Oper und am Schreibtisch entstanden. 1805 erlebte Beethoven dann die Proben im Theater an Wien, dirigierte die Aufführungen und merkte, die Opernbühne hat ihre ganz eigenen Gesetze. Bei der Überarbeitung setzte er dort an, wo er glaubte, dass die Musik, selbst wenn sie sehr schön war, den Fluss der Geschichte störte. Zum Beispiel kürzte er Vorspiele, damit die Sängerinnen und Sänger auf der Bühne nicht mehr zu lange Wartezeiten hatten. Auch die Zusammenziehung von drei Akten auf zwei Akte trug zur dramatischen Stringenz bei. Überall dort, wo Beethoven Teile gestrichen hat, merkt man, warum er das getan hat. Ich halte diese 1806er Fassung auch deswegen für besonders interessant, weil man an ihr nachvollziehen kann, wie schnell Beethoven einen Instinkt für die Bühne entwickelt hat.

Können Sie ein Beispiel nennen?

Das Duett von Leonore und Florestan endet in der 1805er Fassung in einem triumphalen Fortissimo. Das Nachspiel könnte nicht stürmischer sein, es ähnelt dem Ende der 5. oder 7. Sinfonie. Erstaunlicherweise läuft es nun in der 1806er Fassung sehr leise aus.

Beethoven ist der Komponist, der unglaubliche Finalwirkungen erzielt, warum hat er diesen fantastischen Fortissimo-Schluss geändert?

Eventuell hat er bemerkt, dass dieser triumphale Schluss tatsächlich wie ein Finale wirkte, so dass er ihn ganz bewusst durch eine unspektakuläre Version ersetzte, um zu zeigen, dass es noch weitergeht. Ob meine Vermutung richtig ist, weiß ich nicht, aber es ergäbe dramaturgisch Sinn.

Gibt es auch Änderungen, die Ihnen nicht einleuchten?

Bei einer Stelle im Finale II erscheint mir zumindest die Kürzung nicht ganz konsequent zu Ende gedacht. In der 1805er Fassung gibt es bei dem Dankgebet ein Vorspiel des Orchesters im Piano, dann singen die Solisten ebenfalls im Piano, und schließlich wiederholt der Chor dieselbe Musik im Forte. Diese Steigerung ist inhaltlich nachvollziehbar. Bei der Überarbeitung hat Beethoven die ersten beiden Teile weggestrichen, nur den Chorteil übernommen und das Forte belassen – möglicherweise aus Versehen. Hier mache ich einen kleinen Kompromiss, weil es mir überzeugend erscheint, dieses Dankgebet, diese Innigkeit wie in der 1805er Fassung im Piano auszudrücken. Daher werde ich diese Stelle im Piano singen lassen. Ein Dank-gebet muss nicht laut verkündet werden, vor allem, wenn es ursprünglich nicht so gemeint gewesen ist.

Besetzung

Musikalische Leitung

Manfred Honeck

Biografie

Manfred Honeck Musikalische Leitung

Manfred Honeck © Felix Broede

Manfred Honeck hat sich fest als einer der international führenden Dirigenten etabliert und steht am Pult der renommiertesten Orchester weltweit. Seit mehr als einem Jahrzehnt Music Director des Pittsburgh Symphony Orchestra, erfahren seine richtungsweisenden Interpretationen und preisgekrönten Aufnahmen gemeinsam mit diesem Orchester durchwegs große Anerkennung. Maßgeblich musikalisch geprägt  wurde er als Mitglied der Wiener Philharmoniker und des Wiener Staatsopernorchesters. Nach ersten Stationen in Zürich, Oslo und Leipzig wurde er zum Musikdirektor des Schwedischen Radio-Sinfonieorchesters und später zum GMD  der Staatsoper Stuttgart ernannt, wo er Premieren von Mozarts Idomeneo bis zu Wagners Parsifal dirigierte. Gastengagements führten ihn darüber hinaus an etliche europäische Opernhäuser und zu den Salzburger Festspielen. Am Theater an der Wien ist er zum ersten Mal zu Gast.

Inszenierung

Christoph Waltz

Biografie

Christoph Waltz Inszenierung

Christoph Waltz © Karl Schöndorfer

Der international gefeierte und Oscar-prämierte Film- und Theaterschauspielstar entstammt einer Wiener Theaterfamilie. Christoph Waltz studierte am Max Reinhardt Seminar in Wien und am Lee Strasberg Theatre and Film Institute in New York. 1977 debütierte er als Schauspieler am Theater an der Wien. Es folgten zahlreiche  Engagements u.a. am Burgtheater Wien, an den Schauspielhäusern in Zürich, Köln, Hamburg, Bochum und Frankfurt sowie bei den Salzburger Festspielen. Einem breiten Publikum ist er seit Beginn seiner Karriere aus zahlreichen  Fernsehproduktionen bekannt. Den internationalen Durchbruch hatte er mit Quentin  Tarantinos Filmen Inglourious Basterds und Django Unchained. Seither ist er eine feste Größe in Hollywood. Er setzt mit Fidelio seine dritte Opernregie um, nach R.  Strauss’ Der Rosenkavalier 2013 und Verdis Falstaff 2017 an der Flämischen Oper.  Beethovens Fidelio ist sein Regiedebüt in Wien.

Bühne

Barkow Leibinger

Biografie

Barkow Leibinger Bühne

Barkow Leibinger © Corinne Rose

1993 haben Frank Barkow und Regine Leibinger ihr amerikanisch-deutsches Architekturbüro in Berlin gegründet, das heute rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. Ihre Leistungen umfassen öffentliche Bauten, Büro- und Industriegebäude sowie Innenausbauten für Wohnen und Gewerbe im Bestand. Das Zusammenspiel von Praxis, Forschung und Lehre prägt das Selbstverständnis von Barkow Leibinger.  Daher machen sie außer mit ihren großen Bauvorhaben immer wieder auch mit Materialstudien, Prototypen und experimentellen Installationen auf sich aufmerksam. Diese Arbeiten waren u.a. auf der Architekturbiennale in Venedig und der Marrakech  Biennale ausgestellt. Objekte und Modelle von Entwürfen des Büros sind in renommierte Sammlungen wie denen des Centre Pompidou in Paris oder des  Museum of Modern Art in New York aufgenommen worden. Die Projektleitung für  Fidelio lag in den Händen von Antje Steckhan. Es ist die erste Arbeit für das Theater an der Wien.

Kostüm

Judith Holste

Biografie

Judith Holste Kostüm

Judith Holste © .

Judith Holste studierte Kostümdesign in Hamburg. Bereits während ihres Studiums war sie als Kostümbildassistentin am Düsseldorfer Schauspielhaus sowie am Wiener Burgtheater u.a. bei Aufführungen unter der Regie von George Tabori tätig. Es folgten u.a. Kostümbilder für das Schauspiel Essen, etwa für Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf oder für das Theater Oberhausen zu Kalldewey Farce von Botho  Strauß. Ab 1994 war Judith Holste hauptsächlich für die unterschiedlichsten Film- und Fernsehproduktionen von ARD, ZDF und SAT1 tätig, etwa für die Serie Wolffs  Revier oder für Wenn man sich traut (Waltz), Lulu, Am Kreuzweg (Jansons) oder Die Informantin I + II (Leinemann/Kleefeld). 2017 entwarf sie für Christoph Waltz bereits die Kostüme zu Verdis Falstaff in Antwerpen, für das Theater an der Wien ist Fidelio ihre erste Arbeit.

Licht

Henry Braham

Biografie

Henry Braham Licht

Henry Braham © .

Der international bekannte britische Kameramann und Lichtdesigner Henry Braham begann seine Karriere mit Musikvideos für die Avantgarde-Band The KLF. Danach arbeitete er für den Regisseur Kirk Jones als Kameramann bei vielen seiner Filme wie etwa Everybody’s Fine mit Robert de Niro. Zu seinen weiteren Filmen gehören u.a. The Golden Compass, Bright Young Things, The Legend of Tarzan und  Georgetown von Christoph Waltz. Vor kurzem wurde der Streifen The Suicide Squad von James Gunn fertiggestellt, mit dem er auch Guardians of the Galaxy II gedreht hat. Darüber hinaus arbeitet er für Mario Testino, Michael Kors, Issey Miyake und  Nick Knight. Er ist auch in den Bereichen Mode, Werbung und Musikvideos sehr erfolgreich und entwarf für das Victoria & Albert Museum in London das Lichtdesign  für die Ausstellung Hats: An Anthology by Stephen Jones. Für das Theater an der Wien ist er erstmals tätig.

Leonore (Fidelio)

Nicole Chevalier

Biografie

Nicole Chevalier Leonore (Fidelio)

Nicole Chevalier © Maurice Korbel

Die amerikanischen Sopranistin Nicole Chevalier feierte im Sommer 2019 ihren internationalen Durchbruch bei den Salzburger Festspielen als Elettra in Mozarts Idomeneo unter Teodor Currentzis. Seitdem sang sie die Titelrolle in Verdis La Traviata beim Musikfest Bremen, ihr Rollendebüt Vitellia in La Clemenza di Tito beim Theater an der Wien sowie die vier Frauenpartien in Offenbachs Les contes d’Hoffmann am La  Monnaie in Brüssel. Zukünftige Höhepunkte umfassen Despina in Così fan tutte beim Festival in Aix-en-Provence sowie Elvira in Mozarts Don Giovanni und Vitellia in La clemenza di Tito am Royal Opera House in London. Bisherige Karrierehöhepunkte waren u.a. die Titelrollen La traviata in Hannover; Konstanze in Mozarts Die Entführung aus dem Serail, Händels Semele und Reimanns Medea an der Komischen Oper Berlin. 2016 erhielt sie den Deutschen Theaterpreis Faust als „Beste Sängerdarstellerin“. Am Theater an der Wien wird sie im März auch in der Titelpartie von Beethovens Fidelio debütieren.

Florestan

Eric Cutler

Biografie

Eric Cutler Florestan

Eric Cutler © Dario Acosta

Der US-amerikanische Tenor gewann im Jahr 2005 den Richard Tucker Award. Nach Anfängen im Belcanto-Repertoire und lyrischen Rollen in Opern von Bellini, Donizetti, Bizet und Gounod und Auftritten u.a. an der New Yorker Met, der Bayerischen Staatsoper München, dem Royal Opera House, der Pariser Oper sowie in Venedig, Chicago und bei den Festspielen in Salzburg und Glyndebourne, bevorzugt er aktuell Partien des jugendlichen Heldenfachs. Jüngste Höhepunkte waren u.a. Wagners  Lohengrin in Brüssel, Erik in Der fliegende Holländer in Houston, Kaiser in R. Strauss’  Die Frau ohne Schatten, Apollo in Daphne in Hamburg und Bacchus in  Ariadne auf Naxos in Aix-en-Provence sowie die Titelpartien in Offenbachs Les contes d’Hoffmann an der Semperoper und in Mozarts Idomeneo in Madrid. Geplant  ist u.a. Webers Der Freischütz in Hamburg und Siegmund in der Walküre. Er ist erstmals am Theater an der Wien zu Gast. 

Don Pizarro

Gábor Bretz

Biografie

Gábor Bretz Don Pizarro

Gabor Bretz © artists own

Seit seinem Abschluss an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest gehört Gábor Bretz zum Ensemble der Ungarischen Staatsoper und sang dort zahlreiche Partien  seines Fachs von Mozart bis R. Strauss. Gastspiele führten ihn u.a. an das La Monnaie in Brüssel, wo er u.a. die Bösewichte in Offenbachs Les contes d’Hoffmann  verkörperte, an die Hamburger Staatsoper, wo er als Philippe II. in Verdis Don Carlos erfolgreich war, und mit Verdis Requiem an das Royal Opera House in London sowie mit der Titelpartie von Massenets Don Quichotte zu den Bregenzer Festspielen und  zu den Salzburger Festspielen, wo er heuer erneut Jochanaan in R. Strauss’ Salome singen wird. Außerdem ist u.a. sein erster Gurnemanz in Wagners Parsifal in  Budapest und Bartóks Herzog Blaubarts Burg in Bologna mit dem London Symphony Orchestra geplant, ein Werk, mit dem er bereits im Rahmen der Wiener Festwochen im Theater an der Wien zu erleben war.

Rocco

Christof Fischesser

Biografie

Christof Fischesser Rocco

Christof Fischesser © Jenes Fischesser

Nach seinem Studium in Frankfurt war Christof Fischesser Ensemblemitglied des Badischen Staatstheaters Karlsruhe, wechselte aber bald zur Berliner Staatsoper und ans Opernhaus Zürich. Gastengagements führten ihn an die Opernhäuser in Wien, Dresden, London, Madrid, Paris, Lyon und Stockholm sowie zu den Festspielen von Salzburg und Aix-en-Provence. Sein Repertoire umfasst Partien wie König Marke in Wagners Tristan und Isolde, Gurnemanz in Parsifal, Sarastro in Mozarts Die Zauberflöte, Escamillo in Bizets Carmen, Banco in Verdis Macbeth, Kaspar in Webers Der Freischütz und Méphistophélès in Gounods Faust. Jüngste Höhepunkte waren Ochs in R. Strauss’ Der Rosenkavalier in Dresden und Zürich, La Roche in Capriccio in Madrid und Pogner in den Meistersingern bei den Münchner Opernfestspielen.  Geplant ist u.a. Orest in Strauss’ Elektra am Royal Opera House in London. Am Theater an der Wien ist er erstmals zu Gast.

Marzelline

Mélissa Petit

Biografie

Mélissa Petit Marzelline

Mélissa Petit © Christophe Serrano

In Südfrankreich geboren, wurde Mélissa Petit als Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe nach Anfängen im Hamburger Opernstudio ans Opernhaus Zürich engagiert, wo sie u.a. als Erste Dame in Mozarts Die Zauberflöte, Servilia in dessen La clemenza di Tito, Eurilla in Haydns Orlando paladino, Ännchen in Webers Der Freischütz und als Aricie in Rameaus Hippolyte et Aricie zu hören war, letztere gestaltete sie auch am Théâtre des Champs-Elysées in Paris. Gastspiele führten sie mit Donizettis L’elisir d’amore an die Pariser Oper, mit Gounods Roméo et Juliette nach Peking und zur Deutschen Oper am Rhein nach Düsseldorf, mit Glucks Orphée  et Eurydice nach Liège sowie zu den Bregenzer Festspielen, wo sie nach Micaëla in Bizets Carmen heuer erneut als Gilda in Verdis Rigoletto zu hören ist. Die Partie der Marzelline hat sievor kurzem auch in Zürich gesungen. Sie ist zum ersten Mal
 am Theater an der Wien zu Gast.

Jaquino

Benjamin Hulett

Biografie

Benjamin Hulett Jaquino

Benjamin Hulett © Hans Lebbe

Benjamin Hulett studierte in Oxford und London. Er hat an führenden Opernhäusern wie der Hamburger und der Bayerischen Staatsoper, an der Opera North, an der Oper in Rom und an der Opéra National du Rhin in Straßburg gesungen, gastierte auch bei den Festspielen in Glyndebourne, Edinburgh, Baden-Baden und Salzburg sowie bei den BBC Proms. Er musizierte u.a. mit Kent Nagano, Ivor Bolton, Simon Rattle, John Eliot Gardiner, Dennis Russell Davies, Roger Norrington, Emmanuelle Haïm, Trevor Pinnock und Antonio Pappano. Seine CD-Aufnahmen  erhielten zahlreiche Preise. Höhepunkte der jüngsten Zeit waren sein Debüt an der Wiener Staatsoper in Brittens A Midsummer Night’s Dream und Tamino in Mozarts Die Zauberflöte am Royal Opera House. Geplant ist u.a. Strawinskys Le rossignol an  der Welsh National Opera und am Royal Opera House. Am Theater an der Wien war er zuletzt in Bergs Wozzeck zu Gast.

Don Fernando

Károly Szemerédy

Biografie

Károly Szemerédy Don Fernando

Károly Szemerédy © .

Károly Szemerédy gehört zum Ensemble der Ungarischen Staatsoper, wo er in zahlreichen Partien seines Fachs wie etwa als Jochanaan, Escamillo, Klingsor und in den Titelpartien von Bartóks Herzog Blaubarts Burg und Erkels Bánk Bán zu hören ist. Er ist aber auch u.a. an der Bayerischen Staatsoper, dem Teatro Real in Madrid, am La Monnaie in Brüssel, am La Fenice in Venedig sowie an den Opernhäusern von Turin, Valencia, Lyon und Warschau und nicht zuletzt bei den Salzburger Festspielen und am Concertgebouw in Amsterdam gern gesehener Gast. Er sang unter den Dirigenten Marcus Stenz, Kent Nagano, Semyon Bychkoy, Oksana Lyniv und Peter Eötvös, wirkte bei der Wiederaufführung von Goldmarks Die Königin von Saba und in Lyon als Adorno bei der UA von Michel Tabachniks Benjamin, dernière nuit mit. Am Theater an der Wien war er erst vor kurzem als Macchiavell bei der UA von Josts Egmont zu erleben.

Erster Gefangener

Johannes Bamberger

Biografie

Johannes Bamberger Erster Gefangener

Johannes Bamberger © Peter M. Mayr

Der österreichische Tenor studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Er gastierte in Haydns Il mondo della luna in Linz und debütierte in Die Schöpfung im Stift Melk. Zu seinem Repertoire zählen u.a. Belmonte in Mozarts Die Entführung aus dem Serail und Don Ottavio in Don Giovanni, die er bereits im Schlosstheater Schönbrunn gestaltete. Mit Bachs Passionen war er im Festspielhaus  St. Pölten zu hören. Beim Internationalen Lied Festival stand er mit Robert Holl auf der Bühne, beim Carinthischen Sommer übernahm er den Tenor-Part in Händels Alexander’s Feast. Am Theater an der Wien wirkte Johannes Bamberger zuletzt in Dvořáks Rusalka und R. Strauss’ Salome mit, an der Kammeroper war er als Candide und zuletzt als Vitaliano in Händels Giustino erfolgreich. In der aktuellen  Spielzeit wird er in der Kammeroper noch im JET-Special Konzert Dichterliebe, im Theater an der Wien in Beethovens Fidelio mitwirken. 

Zweiter Gefangener

Dumitru Mădăraşăn

Biografie

Dumitru Mădăraşăn Zweiter Gefangener

Dumitru Madarasan © Peter M. Mayr

Der rumänische Bassist erhielt seine musikalische Ausbildung in Cluj Napoca und Târgu Mureș. Erste Bühnenerfahrungen sammelte er in verschiedenen Produktionen der Musikhochschule und debütierte mit Mozarts Le nozze di Figaro an der Ungarischen Oper in Cluj. In der Philharmonie von Târgu Mureș bestritt er ein Gala Konzert mit Opernarien von Verdi und war in dessen Rigoletto zu hören. Zu seinem  Repertoire zählen u.a. die Basspartien in Mozarts Requiem und Haydns Nelson Messe sowie Sarastro in Mozarts Die Zauberflöte und Banquo in Verdis Macbeth. In der Kammeroper hat er u.a. Philippe II. in Verdis Don Carlos, Méphistophélès in Gounods Faust und Polidarte in Händels Giustino gesungen und wird noch im JET-Special Don Giovanni in progress mitwirken. Zuletzt war er in R. Strauss’ Salome am Theater an der Wien zu hören. 

Orchester

Wiener Symphoniker

Biografie

Wiener Symphoniker Orchester

Die Wiener Symphoniker © Andreas Balon

Die Wiener Symphoniker zählen zu den internationalen Spitzenorchestern. Die bewusste Pflege, innovative Entwicklung und breite Vermittlung seiner traditionellen, im Lauf einer über 100-jährigen Geschichte gewachsenen Wiener Klangkultur steht im Mittelpunkt der Arbeit des Klangkörpers. Mit aufsehenerregenden Projekten und Programmen haben sich die Wiener Symphoniker in den letzten Jahrzehnten zudem den Ruf eines der zukunftsträchtigsten Klangkörper Europas erarbeitet.

Gegründet 1900 unter dem Namen „Wiener Concertverein“, prägten so herausragende Dirigentenpersönlichkeiten wie Bruno Walter, Richard Strauss, Wilhelm Furtwängler, Herbert von Karajan, Wolfgang Sawallisch, oder Georges Prêtre die Entwicklung der Klangkultur des Orchesters. Als regelmäßige Gastdirigenten feierten zudem Weltstars wie Lorin Maazel, Zubin Mehta, Claudio Abbado, Carlos Kleiber oder Sergiu Celibidache viel beachtete Erfolge.
Musikgeschichte schrieb das Orchester u. a. mit den Uraufführungen von heute so selbstverständlich im Repertoire verankerten Werken wie Anton Bruckners Neunte Symphonie, Arnold Schönbergs Gurre-Lieder, Maurice Ravels Konzert für die linke Hand und Franz Schmidts Das Buch mit sieben Siegeln.

Als Wiens Konzertorchester mit eigenen Zyklen sowohl im Musikverein Wien und dem Wiener Konzerthaus spielen die Wiener Symphoniker jährlich über 150 Konzert- und Opernauftritte und bilden so das Rückgrat des symphonischen Lebens der Musikstadt Wien. Als offizieller Kulturbotschafter der Stadt Wien gastieren sie regelmäßig in den wichtigsten internationalen Musikzentren.
Zudem verlassen die Wiener Symphoniker regelmäßig ihre angestammten Spielorte und kommen mit ihren Grätzl-Konzerten direkt zur Wiener Bevölkerung in die Wiener Gemeindebezirke. Seit Anbeginn im Jahre 1946 sind die Wiener Symphoniker dasOrchestra in Residence der Bregenzer Festspiele. Dort treten sie als Opernorchester beim Spiel am See auf der weltgrößten Seebühne und bei der Oper im Festspielhaus in Erscheinung und bereichern das Programm zudem mit mehreren Orchesterkonzerten. Als offizieller Kulturbotschafter der Stadt Wien gastieren sie zudem regelmäßig in den wichtigsten internationalen Musikzentren.

Der Schweizer Philippe Jordan leitet das Orchester als Chefdirigent seit der Saison 2014-15. Zur Spielzeit 2020-21 wird ihm als Designierter Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada nachfolgen. Zuletzt waren die Wiener Symphoniker bei Spontinis La Vestale im Theater an der Wien zu erleben.

Chor

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Biografie

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner) Chor

Der 1972 von seinem künstlerischen Leiter Erwin Ortner gegründete Arnold Schoenberg Chor zählt zu den vielseitigsten und gefragtesten Vokalensembles Österreichs und ist seit 2006 Hauschor des Opernhauses Theater an der Wien. Sein großes Repertoire reicht von der Renaissance und Barockmusik bis zur Gegenwart mit Schwerpunkt auf zeitgenössischer Musik. Besonderes Interesse des Chores gilt der A cappella-Literatur, aber auch umfangreiche Chor-Orchester-Werke stehen immer wieder auf dem Programm. Grundstein zahlreicher szenischer Produktionen im Theater an der Wien legten Opern wie Schuberts Fierrabras (Regie: Ruth  Berghaus, musikalische Leitung: Claudio Abbado 1988, Wiener Festwochen) wie auch die von der Fachzeitschrift Opernwelt gekürte Produktion von Janáceks Aus einem Totenhaus (Regie: Patrice Chéreau, musikalische Leitung: Pierre Boulez, 2007, Wiener Festwochen) Händels Messiah (Regie: Claus Guth, musikalische Leitung: Jean-Christophe Spinosi, 2009) bis hin zu der mit  dem International Opera Award (2016) ausgezeichneten Oper Peter Grimes von Britten (Regie: Christof Loy, musikalische Leitung: Cornelius Meister). 2017 wurde der Arnold Schoenberg Chor  bei den International Opera Awards in London als bester Opernchor des Jahres ausgezeichnet, 2018 folgte die Verleihung des Österreichischen Musiktheaterpreises als bester Chor.

Konzerteinladungen führen den Arnold Schoenberg Chor nach Asien und Amerika. Auch innerhalb Europas und in Österreich ist das Ensemble gern gesehener Gast bei Festivals wie u.a. bei den Wiener Festwochen, den Salzburger Festspielen, Wien Modern, dem Carinthischen Sommer, der styriarte Graz und anderen. Die fast 40  Jahre währende Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt wurde 2002 mit einem  Grammy für die Aufnahme von J.S. Bachs Matthäus-Passion gewürdigt. Weitere  Aufnahmen mit Nikolaus Harnoncourt umfassen mehrere Alben mit Kantaten J.S. Bachs (Grammy-Nominierung 2010), Oratorien von Händel und Haydn sowie diverse geistliche Musik von Mozart, ergänzt durch Produktionen wie Gershwins Porgy and  Bess und schließlich der letzten CD Produktion von Harnoncourt, Beethovens Missa solemnis, 2016. In der eigenen CDEdition des Chores erschien zuletzt eine Aufnahme von Max Regers Motetten und geistlichen Gesängen: Die Nacht ist  kommen. Zuletzt war der Chor im Theater an der Wien in Spontinis Egmont zu erleben.

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Willkommen zu Hause

Papagena ab 5 Jahren Teaser © VBW

PAPAGENA ab 5 Jahren

Unsere Quer-durchs-Theater-Kinderoper PAPAGENA JAGT DIE FLEDERMAUS wird hier interaktiv für zu Hause aufbereitet: Ihr findet das gesamte Video der Produktion sowie Ratespiele, Tänze zum Mitmachen, Audiofiles und vieles mehr. Wir stellen nach und nach neue Infos, Spiele, Videos und kreative Anleitungen online.

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Fidelio ab 10 Jahren Teaser 2 © VBW

FIDELIO ab 10 Jahren

Parallel zur Produktion FIDELIO (Sendetermin am Freitag 20.3. um 22.30 Uhr auf ORF2) findet man hier Begleitmaterial und Infos zur Oper: Die Handlung und ein Interview mit Manfred Honeck aus dem Programmheft, den Inhalt in einem lustigen Video verpackt, Videos von einige Musiker*innen der Wiener Symphoniker und vieles mehr.

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NEUN x LEBEN ab 14 Jahren Teaser © VBW

NEUN x LEBEN ab 14 Jahren

Mit den 100 Mitwirkenden der Jugendoper NEUN x LEBEN setzen wir uns online mit dem gerade entstehenden Stück auseinander: Vierhändige Sinfonien allein zu Hause, „Einsingen und Singen im Alltag“ , Szenen der Jugendlichen und vieles mehr findet ihr nach und nach auf diesem Portal, wir fügen täglich neue Inhalte hinzu.

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