1280x680_Oper_Konzertant_1516 © beyond/Mara Burmester

Inhalt

Pietro Metastasios Libretto Catone in Utica, das den schwerwiegenden Konflikt zwischen dem angehenden Diktator Julius Cäsar und dem Staatsmann Marcus Porcius Cato dem Jüngeren schildert, ist neben Didone abbandonata und Attilio Regolo einer der wenigen Operntexte Metastasios mit einem tragico fine, einem tragischen Ende: Cato, ein Verfechter der römischen Republik, hat sich im nordafrikanischen Utica verschanzt. Als Cäsar die Stadt einnimmt, begeht Cato Selbstmord. Aber auch Cäsar steht zum Schluss nicht als strahlender Sieger da, hat er in Cato zwar einen politischen Gegner, aber auch einen hochgeschätzten Menschen verloren. Nahezu 70mal ist Metastasios Libretto für die Bühne adaptiert und vertont worden. Im Theater an der Wien war bereits die Version Antonio Vivaldis (1737) zu erleben – nun folgt die Urfassung des Stücks mit der Musik von Leonardo Vinci, die 1727 am Teatro delle Dame in Rom ihre Uraufführung erlebte. Die lange Sterbeszene Catos erregte damals den Unmut des Publikums, weshalb Metastasio sein Libretto für die späteren Vertonungen umarbeitete. Der Popularität des Komponisten tat das jedoch keinen Abbruch: Die Italiener, schrieb Charles des Brosses 1739/1740 in seinen Reisebriefen aus Italien, „wollen kein Stück noch einmal sehen, das sie schon letztes Jahr gesehen haben – außer es ist eine der hervorragenden Opern Vincis.“