1280x680_Oper_Konzertant_1516 © beyond/Mara Burmester

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Die Saison 1736/37 war für Händel extrem arbeitsreich, seine eigene Operngesellschaft in Covent Garden bekam die Konkurrenz der Opera of the Nobility im King’s Theatre bitter zu spüren. Händel wollte dem mit möglichst vielen Neuproduktionen entgegenwirken und komponierte zwischen August 1736 und Jänner 1737 gleich drei neue Opern: Giustino, Arminio und Berenice. Es war vergebliche Mühe, sein Unternehmen ging Ende der Saison pleite, und Händel erlitt einen gesundheitlichen Zusammenbruch. Was ihm allerdings Genugtuung verschafft haben mag: die Opera of the Nobility war gleichzeitig bankrott. Wenngleich Arminio damals nicht viel Anklang fand, weil die italienischen Opern in London aus der Mode gekommen waren, bietet Händels brillante Komposition einiges für heutige Händelliebhaber: Der Komponist verwendete ein bereits vorher vielfach vertontes Libretto, um jedoch das Interesse an der italienischen Oper zu erneuern, ließ er den Text straffen und modifizierte die strenge Form der Opera seria, er arbeitete mit Duetten und gestaltete ungewöhnliche Varianten der üblichen Da Capo-Arien. Auf dem Hintergrund der Varusschlacht (9 n. Chr.), bei der die Germanen unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius (Hermann) die Römer nachhaltig schwächten und die römischen Eroberungen in Germanien stoppten, zeigt die Oper die privaten Verwicklungen – Liebe, Begehren, Treue, Generationenkonflikte –, die sich innerhalb von Arminius‘ Familie abspielen, aber letztlich zur Varusschlacht und zum Sieg der Germanen führen.