Ring-Trilogie_2017/18_1280x680_1718 © beyond | Emmanuel Polanco | colagene.com

Inhalt

Brünnhilde schaut zu, wie Siegfried – der Mann, den sie liebt – von Hagen ermordet wird. Sie erinnert sich an die letzte Auseinandersetzung mit ihrem Vater Wotan, die ihr Leben so grundlegend verändert hat. Die wilde Walküre und ausgesprochene Lieblingstochter ihres Vaters hatte sich seinem Befehl widersetzt und das Liebespaar Siegmund und Sieglinde im Kampf gegen Hunding retten wollen. Weil Wotan ihr diesen emanzipatorischen Ungehorsam nicht verzeihen konnte, wollte er Brünnhilde grausam bestrafen. Sie sollte, von allen isoliert, in Schlaf versetzt werden – jedem Manne, der sie fände, wehrlos ausgeliefert. Erst als Wotan erfuhr, dass Sieglinde mit dem nächsten Helden Siegfried schwanger wäre, wandelte er die Strafe: Die schlafende Brünnhilde sollte von einem Feuerkreis geschützt sein, den nur ein „furchtlos freiester Held“ durchschreiten könnte. Dies konnte nur Siegfried sein.
 
Brünnhilde fühlt sich Siegfried in Liebe untrennbar verbunden und so unverwundbar, dass sie ihn „zu neuen Taten“ ziehen lassen kann. Zum Abschied schenkt er ihr den Ring und sie ihm ihr Pferd Grane. Waltraute, eine Walküren-Schwester von Brünnhilde, sucht sie heimlich auf, um ihr vom desaströsen Zustand Wotans und der Welt zu berichten. Brünnhilde soll den Rheintöchtern den Ring zurückgeben, doch diese weigert sich,  für Wotans alte Fehler einzustehen. Sie besteht auf ihrem Liebespfand. Ein Fremder taucht auf, überwältigt sie und entreißt ihr den Ring. Es ist Siegfried, der durch den Tarnhelm Gunthers Gestalt angenommen hat. Er will Brünnhilde als Braut für seinen Blutsbruder Gunther holen. Als die neuen Paare Siegfried-Gutrune und Gunther-Brünnhilde später zur Doppelhochzeit schreiten, wird der grausame Betrug offenbar. Brünnhilde erhebt Anklage, Hagen sät Zwietracht. Nachdem er Siegfried ermordet hat, bricht alles zusammen. Brünnhilde packt die alte Welt auf den Scheiterhaufen, die Götter haben ausgedient. Ist nun etwas Neues möglich?
 
Der letzte Abend der Trilogie, in dem alte Strukturen und Machtverhältnisse überwunden werden, erzählt aus weiblicher Perspektive, eine Szene aus der Walküre mit großen Teilen der Götterdämmerung verknüpfend.