Oratorium in drei Teilen
Libretto von Thomas Morell
Im Zentrum von Georg Friedrich Händels Oratorium Theodora steht eine Frau, deren Entschlossenheit aus heutiger Sicht verwundert und verstört. Für Theodora, die zum christlichen Glauben übergetretene Prinzessin, bedeutet die Welt des Diesseits nichts gegen das Versprechen ewigen Seelenheils. Sie verweigert die vom römischen Kaiser befohlene Anbetung Jupiters und geht für ihre Glaubensfreiheit in den Tod. Indem Georg Friedrich Händel und sein Librettist Thomas Morell in dem 1750 in London uraufgeführten Werk die äußere Dramatik der überlieferten Märtyrerlegende nach innen kehrten, entstand ein kontemplatives Werk über religiöse Toleranz, christliche Tugenden und humanistische Werte, die den einstigen Meister der effektvollen Opera seria zu einer beispiellosen musikalischen Innerlichkeit inspirierten. Für Regisseur Stefan Herheim ist Theodora dadurch ein Fanal der Musiktheatergeschichte, das im spirituellen Vakuum der Konsumfreude und seelischen Orientierungslosigkeit unserer Zeit eine neue Relevanz bekommt. Der weltweit gefeierte Countertenor und Händel-Interpret Bejun Mehta gibt sein Dirigenten-Debüt am MusikTheater an der Wien mit dem La Folia Barockorchester.
In englischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Werkeinführung jeweils 30 Minuten vor Aufführungsbeginn
Trailer
La Folia Barockorchester
Arnold Schoenberg Chor
(Leitung: Erwin Ortner)
1. Akt
Der römische Statthalter in Antiochia, Valens, verkündet das Gesetz, dass jeder am Geburtstag des Kaisers dem Gott Jupiter opfern muss. Wer sich weigert, soll hingerichtet werden. Der Offizier Didymus bittet vergeblich um eine Ausnahmeregel für diejenigen, die aufgrund ihres Glaubens keine fremden Götter anbeten dürfen. Didymus sympathisiert mit den Christen, die sich weigern, Jupiter zu opfern. Die Prinzessin Theodora, gerade erst zum Christentum übergetreten, ist bereit, für ihren Glauben in den Tod zu gehen. Zu ihrem Entsetzen erfährt sie jedoch, dass sie statt zu sterben zur Prostitution gezwungen werden soll. Didymus ist entschlossen, die Prinzessin zu retten.
2. Akt
Didymus gesteht seinem Kameraden Septimius, dass er zum Christentum übergetreten und in Theodora verliebt ist. Beeindruckt von seinem Mut, erlaubt Septimius ihm daraufhin, Theodora in ihrem Gefängnis zu besuchen. Dort bietet er ihr an, sie zu retten, indem er mit ihr die Kleider tauscht und ihr so zur Flucht verhilft. Theodora fordert jedoch, dass Didymus sie tötet, um ihre jungfräuliche Ehre zu retten. Als dieser sich jedoch weigert, um nicht zum Mörder zu werden, stimmt sie seinem Plan zu.
3. Akt
Die geflohene Theodora wird von den Christen freudig empfangen. Dann erfährt sie, dass Didymus zum Tode verurteilt werden soll und dass Valens auch für sie einen grausamen Tod plant. Da nun jedoch ihre Unschuld nicht mehr gefährdet ist, stellt sie sich den Römern. Didymus verteidigt sein Tun damit, dass die Strafe, der Theodora unterworfen werden sollte, ihre Befreiung gerechtfertigt habe. Theodora fordert, dass sie an Stelle des Didymus verurteilt werden müsse. Doch Valens bleibt unerbittlich und verurteilt beide zum Tode. In der Erwartung der göttlichen Glückseligkeit gehen beide in den Tod.
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