Der Kaiser von Atlantis Header 02 © Herwig Prammer

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Im September 1942 wurde der Komponist Viktor Ullmann im Konzentrationslager Theresienstadt interniert, wo Der Kaiser von Atlantis auf ein Libretto seines Mithäftlings Peter Kien entstanden. Zu einer Aufführung in diesem „Vorzeigelager“ der Nationalsozialisten ist es trotz begonnener Proben jedoch nicht gekommen, zu offensichtlich waren die Anspielungen auf die grausame politische Realität und die Zustände im Lager.

Der Kaiser von Atlantis herrscht als Tyrann über sein Land und lässt durch den Trommler den Krieg aller gegen alle verkünden. Daraufhin verweigert der Tod seinen Dienst, um „die Zukunft der Menschen groß und lang“ zu machen. Das Leben verfällt ohne den Tod in Lähmung – das Land des Kaisers versinkt im Chaos. Verzweifelt fleht der Herrscher den Tod an, mit seinem Werk doch wieder fortzufahren. Dieser willigt schließlich unter der Bedingung ein, dass der Kaiser sein erstes Opfer werden solle.

Fast 30 Jahre nach der legendären Inszenierung George Taboris bringt die Kammeroper dieses aus verschiedenen musikalischen Stilelementen gespeiste „Spiel in einem Akt“ erneut zur Aufführung. Ullmanns Meisterwerk, das die Sinnlosigkeit des Krieges aufzeigt, ist aber weit über den tagespolitischen Bezug hinaus auch als ein gleichnishaftes Mysterienspiel zu lesen, als kleines Welttheater um Leben und Tod.