Tango Operita in zwei Teilen
Libretto von Horacio Ferrer
Als Astor Piazzolla Mitte des 20. Jahrhunderts mithilfe von Tango, Folk, Jazz und Barockmusik den Tango Nuevo erfand, läutete er damit die Wiedergeburt des klassischen Tango Argentino ein, der 50 Jahre zuvor aus den heruntergekommenen Vorstädten in die obersten Gesellschaftsschichten gelangt war. Aus der Vorstadt von Buenos Aires kommt auch María. Gefangen in den Begehrlichkeiten einer von Kriminalität und Machismo geprägten Welt, wird sie zur Projektionsfläche ihrer Umgebung. Zur Heiligen verklärt, zum Objekt degradiert, geht sie unbeirrt ihren eigenen Weg und wird nach ihrem Tod phönixgleich wiedergeboren. Piazzollas 1968 uraufgeführte Tango-Oper ist ein Werk, das zugleich nachdenklich stimmt und berauscht, gesellschaftliche Missstände aufzeigt und das Leben feiert und eine Liebeserklärung und Anklage an den Tango ist. Das Ensemble folksmilch hat sich die Überwindung sämtlicher Stilgrenzen auf die Fahnen geschrieben und sorgt für einen so authentischen wie aufregend neuen Sound. María de Buenos Aires „reloaded“!
In spanischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Werkeinführung jeweils 30 Minuten vor Aufführungsbeginn
Trailer
Ensemble folksmilch
Christian Bakanic - Akkordeon
Klemens Bittmann - Violine & Mandola
Eddie Luis - Kontrabass & Percussion
Andrés Añazco - Klavier
*Studierende des Performing Center Austria: CAMPUS-Kooperation
Erster Teil
El Duende, ein Geist von Buenos Aires, beschwört María herbei. Gemeinsam mit anderen mysteriösen Schattengestalten der argentinischen Hauptstadt erzählt er ihre surreale Geschichte. María stammt aus der Vorstadt, wo sie von zwei weinenden Engeln auf die Welt gebracht wird. Innerhalb von sieben Tagen wächst sie heran und entwickelt sich zu einer Göttin. In der Vorstadt jedoch führt sie ein unglückliches Leben und begibt sich nach Buenos Aires – wissend, dass dies ihr sicheres Ende sein wird. Sie steigt in die Unterwelt hinab und wird von den Dieben und Prostituierten zum Tode verurteilt. Ihr Schatten jedoch darf wieder zurück auf die Erde.
Zweiter Teil
María ist gestorben und wird im Kaffeesatz eines Espresso begraben. Ihr Schatten streift derweil durch die Straßen von Buenos Aires, weiß jedoch nicht, zu welchem menschlichen Wesen er früher einmal gehörte. Er gerät in den Bann von dubiosen Psychoanalytikern, die vergeblich versuchen, seine Erinnerungen der Vergessenheit zu entreißen. El Duende betrinkt sich derweil und trifft in einer Bar auf drei Marionetten, die ihm dabei helfen wollen, María wieder auferstehen zu lassen. Mit dem Beistand aller Bewohner*innen von Buenos Aires treiben sie Marías Schatten schließlich auf. Zu den Klängen eines Weihnachtslieds bringt Marías Schatten ein Kind zur Welt – doch zur Überraschung aller gebiert er nicht den Messias, sondern ein kleines Mädchen. El Duende fragt sich, ob es die Reinkarnation Marías ist und ob sich nun die ganze Geschichte wiederholen wird.
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